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Pascale Kämmerer

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Pferdetraining

Beim Pferdetraining muss ich wissen: Wie lernt ein Pferd? Wie funktioniert überhaupt das Lernen?

Pferde „lernen“ über ihr Verhalten. Das bedeutet, das Pferd reagiert mit einem bestimmten Verhalten auf eine neue Situation wie z.B. Schenkeldruck oder auf einen neuen Gegenstand wie z.B. eine Plane oder Pylone,auf ein „neues“ Verhalten des Trainers. Das ist “Lernen“!

Das heißt, das Pferd wird von sich aus in irgendeiner Form aktiv, um zu lernen, z.B. lernt es, dass der vorher ach so gruselige aufgespannte Regenschirm gar nicht sooo gefährlich ist. Dies lernt es, weil es wahrscheinlich aus Neugier den Regenschirm anschaut, herangeht, ihn abschnobert, vielleicht sogar dagegen tritt ………

Der Regenschirm ist doch gar nicht so gefährlich.

Zum Lernen gehört also der Spieltrieb, die Neugierde, die Motivation von Seiten des Pferdes. Das macht ich mir zunutze, schaffe entsprechende Möglichkeiten. Pferde sollen die Möglichkeit haben, etwas herauszufinden. Wenn sie dabei immer nur bestraft werden, weil sie zuerst evtl. ein unerwünschtes Verhalten zeigen, vielleicht in den Regenschirm hinein beißen o.ä., dann werden sie nicht mehr lernen. Sie werden passiv bleiben, kein Verhalten zeigen, den Regenschirm ignorieren, sich nicht bewegen, etc. – da sie sich davor fürchten, bestraft zu werden.

Pferde müssen die Möglichkeit haben, auch mal etwas „Falsches“ auszuprobieren. Wenn sie dabei dann (zu Beginn vielleicht zufällig) das richtige Verhalten (sich dem Regenschirm nähern) zeigen, werden sie belohnt. Hier ist jetzt wichtig zu wissen, wo die Grenze zwischen Bestrafung, negativer und positiver Belohnung / Bestärkung ist.

Wenn ein Pferd lernen darf (wie oben beschrieben), wird es viele Erfahrungen sammeln und somit bereit sein, sich auf Neues einzulassen. Je mehr Erfahrungen das Pferd machen kann/darf, desto schneller wird es auch etwas Neues lernen und es wird auf immer feinere, leichtere Reize oder Hilfen reagieren.

 

Ich achte darauf, Pferde beim Lernen nicht zu überfordern. Dann haben sie keinen Spaß mehr am Lernen und sind sind auch nicht mehr so motiviert.

Das ist ein sehr wichtiger Punkt:

Motivation zum Lernen ist B e l o h n u n g.

Ohne Verstärkung ist kein Lernen möglich.

Ich muss es erwähnen, es ist leider so, dass Strafe auch funktioniert! (Leider!)

Pferde, die im Training viel bestraft werden, können trotzdem ganz erfolgreich und artig sein. Aber solche Pferde werden – in meinen Augen – niemals die Partner, die ich mir wünschen würde, nämlich Freizeitpferde, die zuverlässig sind, nicht scheuen oder durchgehen, die cool und relaxt sind, mir vertrauen, etc. Ein Pferd, dass mit Strafe trainiert wird, wird sich vom Menschen nicht wirklich beeinflussen lassen, wird nie ein Verlasspferd werden.

Es gibt allerdings eine Situation – aber auch nur diese eine -, in der Strafe angebracht ist:
Wenn die Sicherheit des Menschen gefährdet ist!
Wenn das Pferd aggressiv ist, droht, beißt oder ausschlägt… dann muss man ganz schnell, sofort, unverzüglich Strafe anwenden, damit das Pferd weiß, dass es die Grenze überschritten hat.

Die Strafe wird allerdings nur benutzt, um dieses sicherheitsgefährdende Verhalten zu beenden!

Wie oben beschrieben, soll “Lernen“ ja aber ein NEUES Verhalten einleiten, und nicht – wie Strafe – ein Verhalten beenden. Soll das Pferd also ein sicherheitsgefährdendes Verhalten nicht mehr an den Tag legen, dann muss man ihm ein Ersatzverhalten beibringen.

Würde ich alle Versuche des Pferdes, aufgrund meiner Hilfengebung ein Verhalten anzubieten, bestrafen, also mit Strafe beenden, würde das Pferd irgendwann keinen Versuch mehr unternehmen zu reagieren.
Es würde abstumpfen, abschalten – es würde resignieren – weil es einfach nur noch auf die anscheinend nicht abzuwendende Strafe wartet.

Bestärkung ist jede Reaktion im Zeitfenster von 2 – 3 Sekunden nach dem jeweiligen Verhalten.
Wichtig ist die positive Bestärkung, die folgendermaßen aussehen kann:
– Lob mit der Stimme
– Leckerli, Futter / Futterbelohnung
– Ausruhen, Pause … der Druck (=Treiben o.ä.) hört auf!
– Kraulen, Streicheln etc.

Hier ist es ganz wichtig, das Gefühl zu haben, zu erarbeiten, damit man sich in das jeweilige Pferd hineinfühlen kann.
Als Trainer muss ich sehen und erkennen, wie oft ich welche Übungen wiederholen kann, wie lange ich nach einer Übung Pause mache, wann ich lobe und belohne etc.

In der Verhaltensbiologie hat man folgendes herausgefunden:
Am Anfang einer Lernphase muss jeder (auch noch so klitzekleine) Versuch (z.B. Annäherung an den aufgespannten Regenschirm) belohnt werden! Wenn das Pferd erstmal einmal den Weg gefunden hat, herausgefunden hat, was ich von ihm will, belohne ich nur noch die richtigen, deutlichen Versuche seitens des Pferdes das von mir gewünschte Verhalten zu zeigen bzw. eine Aufgabe (die mit dem Regenschirm z.B.) zu lösen.
Hat das Pferd dann das erwünschte Verhalten eigentlich schon gelernt, belohne und lobe ich nur noch unregelmäßig- d.h. nur noch die wirklich supertollen Erfolge/Ergebnisse. Manchmal, zwischendurch natürlich auch wenn es mal nicht ganz so reibungslos läuft, … das ist dann wichtig für die Motivation.

Horsemanship

Horsemanship bezeichnet, die Kunst, mit Pferden natürlich, das heißt für beide Seiten (Pferd und Reiter) stressfrei umzugehen. Das Ziel des Horsemanship ist die harmonische Partnerschaft zwischen Mensch und Tier. Sowohl bei der Bodenarbeit, als auch beim Reiten wende ich nur Methoden und Hilfsmittel an, die das Pferd nicht überfordern und ihm keine Schmerzen oder Angst zufügen. Ich versuche die Körpersprache des Pferdes zu verstehen und richtig zu deuten um mit dem Pferd zu kommunizieren und gleichzeitig die Führungskompetenz zu bewahren.

Wer sich, so wie ich, mit Pferdetraining / Horsemanship auseinandersetzt, dem sollte klar sein, dass dieses Training nicht nur Arbeit an und mit dem Pferd, sondern insbesondere auch Arbeit an sich selbst bedeutet. Mein Weg zu meinem guten Pferdeverstand / Horsemanship führte über die Selbsterkenntnis. Sehr sehr oft war es nämlich ich, die dem Pferd die falschen Signale gegeben hat und sich anschließend wunderte, dass das Pferd nicht tat was ich wollte und bestimmte Übungen/Sachen einfach nicht geklappt haben. Die Bereitschaft an mir selbst zu arbeiten und mich selbst zu verändern war ein wichtiges Element für erfolgreiches Pferdetraining / Horsemanship.